Die Zeit ist gekommen, ein neues Update wird fällig. Gut, es sei zugegeben, dass die Überwindung des innteren Schweinehund sich zu einem ständigen Begleiter dieses Weblogs zu mausern droht. Aber, manchmal soll es einfach so sein, ein paar Zeilen geschrieben werden. Der eigentliche Grund heute: zum einen steht wieder einmal ein Abschied vor der Tür und zum anderen brauche ich gerade ein bisschen eine Abwechslung. Die Bude ist voll, wie man so schön sagt. Mein spanischer Mitbewohner schmeißt gerade einen lautstarken Filmabend (mit dem Hauptakt „Road Trip“, schon eine interessante Mischung, vier Machotypen (bitte nicht zu verwechseln mit Torwart-Macho) und ein (zugegebenermaßen nicht unfesches) Mädl. Ja, und irgendwie schaut die ganze Geschichte einer männlichen Version der Gilmore Girls ähnlich, Kommentare und endloses Geplapper inkludiert.) Wie gesagt, eine interessante Mischung da draußen.
So, Einleitung wäre geschafft. Jetzt sollte ich mich dem eigentlichen Thema deses Blogs widmen. Wie der eine oder die andere weiß, bin ich so etwas wie ein Weltenbummler, frei nach dem Motto, jedes halbe Jahr ein anderes Land. Aber ganz stimmt dieses „Bummeln“ auch nicht, da ja immer fleißig gearbeitet oder studiert wird. Gut, zurüch zum Thema (an obige Ausschweifungen sollte man sich am besten ehestmöglich gewöhnen, denn sie werden sicher des öfteren vorkommen). Meine Tage hier in León, Spanien sind (leider) schon gezählt (man benötigt nicht einmal mehr 2 Finger …) und innerlich bereite ich mich ja doch auch wieder vor, zurück zu meiner „Heim-Uni“ nach Malmö in Schweden zu kommen (Die Wohnungssuche wurde mittlerweile mehr als intensiviert und die Erwartungen proportional heruntergeschraubt. Auf Grund der präkeren Wohnungssituation (Knappheit ist noch ein milder Ausdruck), würde ich nicht nur eine (eigene) Wohnung, WG, etc. sondern auch ein heimeliges Zelt in der Umgebung von Malmö in Anspruch nehmen. Wer weiß, vielleicht findet sich ja noch ein Plätzchen unter der Öresund Brücke. Ob dieses Plätzchen jedoch dann eine ruhige Schlafstätte wäre sei dahingestellt. Warum, fragen Sie sich. Eine etwas bizarre Antwort ist darauf zu finden. Nachdem in Schweden ein Gesetz verabschiedet wurde, das Prostitution mehr oder minder verbietet, weichen die „Johns“ immer öfter nach Kopenhagen aus. Und der einfachste Weg ist eben, ja genau, die Öresund Brücke. Wie ein Bericht auf ORF.at aufzeigt, ist die Zahl der Damen des horizontalen Gewerbes um ca. 6000 (!!) gestiegen. Dazu sage ich nur, prost! Wenn man bedenkt, dass Dänemark nicht unbedingt das billigste Land ist und auch noch die Gebühren für die Brücke zu berappen sind, kommt es doch um einiges billiger, auf „Aufriss“ in einer der Nachtlokalen und „Black Discotheques“ zu gehen (obwohl, das Geldtaschl wird wegen dem auch nicht dicker …). Gut, ich sage nur, jedem das seine. Ich kann mir besseres vorstellen, was ich mit diesem Geld mache. Aber da wir schon in Schweden sind, ist auch zu erwähnen, dass dieses Land des hochgelebten Individualismus auch immer wieder gewisse Paradoxa (kann mir jemand sagen, wie man das Plural von Paradoxon richtig schreibt?) aufweist. Auf eine solches stieß ich diese Woche in der Presse. Um die Sicherheit des Landes auch weiterhin gewährleisten zu können, dürfen jetzt die „Offiziellen“ jederzeit und ohne richterlichen Beschluss E-Mails, Telefonate, Rauchzeichen und was auch immer, die das königliche Land der Selbstbaumöbeln verlassen, zu lesen, abzuhören oder was auch immer damit angestellt werden kann. Das heißt, ab September wird man von mir voraussichtlich nichts mehr hören hören oder sehen, nur um gesetzeskonform zu handeln und keine potentielle Gefahr für das Land darzustellen. Denn, es könnte mir ja auch so gehen, wie jener Mexikanerin in den USA vor sieben Jahren, die mit einer Freundin in Mexiko telefonierte und den Spruch „Es la bomba“ (idiomatisch übersetzt heißt dies: Es ist super/klasse/toll) verwendete. Natürlich darf solch ein feindliches Verhalten (wer weiß, welche Absichten diese Dame noch hatte) nicht ungeahndet bleiben. Kurzum, diese Mexikanerin wurde verhaftet, verhört, und es hätte mich nicht gewundert, wenn diese Person als Hauptadresse jetzt auf einer revolutionsphilen Insel in der Karibik hätte und als Topoutfit einen orangen Overall trüge. Wie gesagt, Schweden hat sich dem Großen Bruder zugewandt. Aber keine Sorge, schließlich steht ja die Sicherheit auf dem Spiel, da muss man schon so manches in Kauf nehmen. Nichtsdestoweniger, einen kleinen Trost habe ich noch für jene, die mit dem neuen Gesetz in Schweden unglücklich sind. Es könnte ja auch noch schlimmer kommen. Wie das Großbritannien vorzeigt. Und zwar beziehe ich mich nicht wirklich auf die neue Staffel von „Big Brother“ (ehrlich gesagt, wer interessiert sich wirklich noch für so eine generische Umgebung, wo man freiwillig eintritt und FREIWILLIG seine Privatsphäre preisgibt), nein ich rede vom „Königreich der vereinten Kameras“. Die Traumwaffe heißt CCTV, jeder kann seinen Nachbarn beobachten, ganz legal natürlich, und ihn mit einem Fähnchen versehen, sollte sich dieser „nicht konform“ verhalten. Was braucht man noch mehr. Ein Kassenschlager, von dem so manche Diktatoren und Terrorregimes nur träumen könnten. Die Bevölkerung bespitzelt sich selbst. Moment, hatten wir das nicht schon einmal?
Egal, denn genau gleich ists ja trotzdem nicht. Schließlich können wir mit modernster Technologie aufwarten (inklusive sprechender CCTV-Kameras). George Orwell wäre stolz gewesen, hätte er gewusst, wie richtig er gelegen ist (die kleine Panne mit der Jahreszahl sei ihm verziehen, schließlich ist ja niemand perfekt).
Aber, trotz allem, trotz der Überwachung, trotz der Kameras und der tatkräftigen Unterstützung der Hobbyspone, bestimmte Fehler gewisser „Offizieller“ kann man doch nicht verhindern. Da sammelt man mit großem Eifer alle möglichen Daten von Mitbürgern und vergisst diese dann einfach in lokalen Pendlerzügen vor London, in einer Bibliothek in Stockholm oder im Café. Was lernen wir daraus: nichts ausdrucken, dann kann auch nix verloren gehen. Natürlich, es ist auch davor zu warnen, es gibt so etwas wie Hacker. Aber kein Problem, sollte sich jemand unbefugt in ein System einschläusen, werden schon die gerechten Handlungen gesetzt. So geschehen letzte Woche in den USA. Ein findiger Schüler schaffte es, sich in das System der Schule einzuhacken und ein paar Noten zu frisieren bzw. Testaufgaben zu kopieren. Was wären da die angemessenen Konsequenzen? Verweis von der Schule? Wiederholung der angesprochenen Tests? Nein. Das wäre alles viel zu einfach. Es müssen härtere Strafen her, denn schließlich funktioniert dieses Schema auch bei all den anderen Delikten (speziell im Drogenbereich), deswegen ist die Kriminalitätsrate in den USA auch so niedrig. Oy, bin schon wieder ein bisschen abgeschweift. Also zurück zu unserem Schüler. So weit jetzt bekannt ist, wird er mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit von der Schule verwiesen und findet sich auch vor Gericht wieder. Forderung der Anklage: 38 Jahre Haft. Vielleicht hätte sich der Schüler dies vorher anders überlegen und ein anderes Vergehen planen können (mit einer Waffe, zum Beispiel). Aber gut, wir wissen ja, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist immer wieder für Überaschungen gut.
So, jetzt gäbe es noch eine ganze Menge zu Berichten, doch wie heißt es so schön: Was du heute kannst besorgen, verschiebe gleich auf übermorgen.
In diesem Sinne: Adiós y Hasta la próxima.